Krise? Welche Krise?

Vor kurzem hat wieder einmal eine internationale Klimakonferenz stattgefunden, diesmal in Ägypten. Alle wichtigen Politiker oder die, die sich für wichtig halten, sind aus allen Teilen der Welt angereist, dazu Journalisten, Experten, Sicherheitspersonal, Kofferträger und viele weitere. Wieder hat man viele Reden gehalten, diskutiert und sich Ziele gesetzt, von denen jeder weiß, dass sie nicht machbar sind. Schaut man zurück, hat weder das Kyoto-Protokoll von 1997 noch das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 etwas Wesentliches verändert. Der CO2-Ausstoß steigt nach wie vor stetig an, die Erwärmung der Erde ebenfalls.

Ja, das Klima ändert sich. Ich will hier gar nicht bewerten, ob der Klimawandel anthropogen ist oder nicht, darüber kann man ein anderes mal streiten. Ich frage nur, wie man mit dieser Entwicklung umgehen sollte. Die Vorstellung, dass die Menschheit diese Entwicklung beeinflussen oder gar aufhalten kann, ist völlig absurd. Auf der Erde leben zur Zeit fast acht Milliarden Menschen (mit steigender Tendenz), die alle eine Unterkunft benötigen, sich ernähren und kleiden wollen. Dazu benötigt man intensive Landwirtschaft, Industrie, Energie, Transportmöglichkeiten und vieles mehr. Glaubt tatsächlich irgend jemand, dass all dies keinen Einfluss auf den Planeten hat oder dass wir den Einfluss soweit minimieren können, dass er nicht mehr spürbar ist?

Man sollte doch wohl eher überlegen, wie man auch mit einem veränderten Klima leben kann! Dazu gehörte doch sicher, einmal zu überlegen, welche Nutzpflanzen eventuell resistenter gegen Hitze und Trockenheit sind als Mais und Weizen, wie man Wälder von Fichten-Monokulturen auf Mischwälder umstellen kann, ob man tatsächlich in Gebieten, die durch Hochwasser gefährdet sind, noch Baugenehmigungen erteilen darf, ob wirklich Flüsse begradigt und eingezwängt werden müssen, und viele weitere Ansätze.

Aktiver Umweltschutz sollte darin bestehen, den Eintrag von Abfall und schädlichen Stoffen in die Umwelt so weit wie möglich zu verhindern. Damit meine ich nicht CO2, das nur ein geringer Teil der Umweltverschmutzung ist. Was ist mit den Platiktüten und Industrieabwässern im Meer und in den Flüssen, den Bierdosen im Gebüsch, den alten Fahrrädern im Wald, dem Altöl aus Schiffen, den Zigarettenkippen auf sämtlichen Fußwegen, den Pappbechern, Plastikflaschen, Styroporschachteln, die überall herumliegen und –schwimmen? Welche Initiativen gibt es in dieser Richtung? Welche Konzepte liegen vor? Welche Anstrengungen unternimmt hier die Politik? Ach ja, die EU hat Trinkhalme aus Plastik verboten! Lächerlicher geht es ja wohl kaum noch.

Die Politik, zumindest in Deutschland, versagt hier völlig. Alles rennt hinter einer ideologisch völlig verblödeten Sekte her, die sich Die Grünen nennt und völlig wirre Vorstellungen und Ziele propagiert. Man redet vom Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, Ausstieg aus der Kernenergie, Umstieg auf erneuerbare Energien, Elektromobilität und behauptet allen Ernstes, damit die Umwelt zu schonen und die Klimaentwicklung ändern zu können. Und jeder, der nicht jubelnd hinter diesen Behauptungen steht, wird als Spinner, rechtsextrem, Verschwörungstheoretiker oder Klimaleugner beschimpft. Ja, tatsächlich, „Klimaleugner“! Was leugnet ein solcher Mensch? Etwa, dass es Klima gibt?

Na ja, gleichgültig. Lassen Sie uns lieber einmal auf einige Fragen schauen, die sich aus den Vorstellungen der „Klimaschützer“ ergeben.

Nachdem die ach so kluge Politik sich durch die Unterstützung der Russland-Sanktionen selbst den Gashahn zugedreht hat und damit den Brennstoff für Gaskraftwerke verknappt hat, gleichzeitig aber die letzten Kernkraftwerke stilllegen und auch aus der Kohleverstromung aussteigen will, besteht eine akute Stromknappheit mit extrem ansteigenden Preisen. Um die Versorgung nicht zu gefährden, soll also die Beleuchtung von Schaufenstern, Denkmälern, Straßen, Weihnachtsbäumen usw. reduziert werden. Gleichzeitig wird dafür geworben, vom Diesel auf ein Elektroauto umzusteigen! Einen solchen Irrsinn kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen!

Einmal abgesehen davon, dass die Elektromobilität auf Grund vieler ungelöster Fragen und Probleme wohl keine Zukunft hat, darf man doch fragen, woher der Strom kommen soll, um Millionen von Autobatterien zu laden, wenn es nicht einmal genug Strom gibt, um die Schaufenster zu beleuchten. Als Antwort auf diese Frage wird immer der Umstieg auf erneuerbare Energien genannt, ohne allerdings auch die Probleme und ungelösten Fragen zu erwähnen.

Erneuerbare Energien sind im Wesentlichen Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft und Geothermie. Wasserkraft und Geothermie sind nur in wenigen Gegenden der Welt in ausreichendem Umfang nutzbar, für die Windkraft und die Solarenergie gilt die Einschränkung, dass der Wind nicht immer und überall weht bzw. dass die Sonne nicht immer und überall scheint. Hinzu kommt in Deutschland die ausufernde Bürokratie mit jahrelangen Genehmigungsverfahren. Außerdem gibt es die Naturschützer, die das Windrad bauen wollen und die Naturschützer, die mit Sicherheit dagegen klagen, wenn es in ihrer Umgebung gebaut werden soll, weil es den Anblick der Natur beeinträchtigt, weil ein Stück Wald dafür gerodet werden muss, weil es den Lebensraum der seltenen Lilagetüpfelten Schmetterlingseidechse zerstört, weil das Geräusch des sich drehenden Rads unerträglich ist und sie gesundheitlich gefährdet oder aus sonstigen Gründen.

Schaut man auf die Ökobilanz eines Windrads, muss man sich klar machen, dass bei einer durchschnittlichen Nabenhöhe von 90 bis 130 Metern (in Planung bis 280m) gewaltige Kräfte über einen sehr langen Hebelarm wirksam sind, die durch ein entsprechend großes Fundament aufgefangen werden müssen. Ein solches Fundament ist im Prinzip ein riesiger Betonklotz, bei dessen Herstellung Unmengen von CO2 freigesetzt werden. Die Betonherstellung erzeugt CO2 nicht nur durch die Verbrennung zur Erzeugung der notwendigen Hitze sondern zusätzlich auch noch durch chemische Reaktionen, die bei der Zementherstellung zwischen Kalk, Sand, Wasser und Zuschlagstoffen ablaufen. Damit ein Windrad allein die Menge CO2 bei der Stromerzeugung einspart, die bei der Herstellung seines Fundaments erzeugt wurde, muss es etwa 30 Jahre lang laufen und Strom erzeugen! Fragen des Rückbaus und der Entsorgung am Ende der Laufzeit sind hier noch nicht berücksichtigt, aber werden in einigen Jahren sicher noch interessante Fragen aufwerfen.

Zur Ökobilanz eines E-Autos muss man nicht mehr viel sagen. Es gibt inzwischen genügend Studien, die davon ausgehen, dass ein modernes Dieselfahrzeug bis zu einer Fahrleistung von 280.000 km eine bessere Ökobilanz aufweist als ein Elektrofahrzeug. Das erklärt sich vor allem durch Förderung und Verbrauch von Rohstoffen und Energieeinsatz bei der Batterieherstellung, durch Wartung und Entsorgung der Batterie, durch den Stromverbrauch während des Betriebs und einige andere Aspekte.

Die Zukunft der Energieversorgung und der Mobilität ohne fossile Brennstoffe kann eigentlich nur der Wasserstoff sein. Man kann doch in sonnenreichen Gegenden wie Mittelmeerraum, Arabien, Nordafrika über Photovoltaik betriebene Hydrolyse Wasserstoff erzeugen und über Pipelines, so wie heute das Erdgas, nach Europa bringen. Dann dürfte Herr Habeck allerdings nicht mehr Wirtschaftsminister sein, sonst läuft man immer Gefahr, dass er den Gashahn wieder zudreht.

Holger Vorbeck Written by:

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