RASSISMUS UND KULTURELLE ANEIGNUNG?

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Ich bin immer noch nicht überzeugt davon, dass ich mich in Grund und Boden schämen muss, weil ich in meiner Kindheit und Jugend, ja, sogar teilweise bis heute, „rassistische“ Ausdrücke und Bezeichnungen genutzt habe oder noch nutze und mich scheinbar vielfältiger Formen „kultureller Aneignung“ schuldig gemacht habe.

In früheren Zeiten, gab es im Imbiss Wiener, Krakauer, Frankfurter und Thüringer, später auch noch Hamburger, am Kiosk neben der Schule haben wir oftmals einen Negerkuss gekauft, beim Bäcker gab es Berliner, Kopenhagener, Amerikaner und Mohrenköpfe, im Restaurant oder in der Kantine hat man gerne das Zigeunerschnitzel bestellt, in der Mohrenapotheke hat man Aspirin und Baldrian gekauft und zu Hause im Wohnzimmer lag der Berberteppich. War das alles rassistisch und diskriminierend oder kann es sein, dass die spinnerten Gutmenschen, die das heute behaupten, einfach nur minder intelligent sind oder an einer psychischen Störung leiden, die eigentlich behandelt werden sollte? Wer die Romane von Karl May als rassistisch verbieten möchte, weil sie die Lebenswirklichkeit der indianischen Völker falsch widergeben, muss doch wirklich schon zwischen mangelnder Intelligenz und Schwachsinn pendeln! Leute, ein Roman gibt niemals die Wirklichkeit wider, sonst wäre es kein Roman, sondern ein Sachbuch, eine Reisebeschreibung, eine Biografie oder etwas in der Art.

Das Indianerkostüm zum Maskenball oder im Karneval ist also kulturelle Aneignung, wenn ich das eine oder andere Interview mit einem dieser Spinner richtig verstanden habe. Aber wo fängt das an und wo endet es? Darf man denn eigentlich noch Enchillada oder Burrito essen oder gar zubereiten (mexikanische Kultur)? Darf man in der Tanzschule Samba lernen (brasilianische Kultur)? Darf man Englisch sprechen (angelsächsische Kultur)? Darf man in Norddeutschland eine Lederhose tragen (bayrische Kultur)? Darf man weiterhin Yoga-Übungen machen (indische Kultur)? Darf der Arzt noch Akupunktur bei seinen Patienten anwenden (chinesiche Kultur)?

Fragen über Fragen! Und ich denke, selbst das Nachdenken über mögliche Antworten ist sinnlos vergeudete Zeit, das ganze Thema gehört in die Tonne. Jetzt wird man mich wahrscheinlich als Rassisten beschimpfen, aber sei’s drum. Ich zumindest weiß, dass ich alles andere als Rassist, Nationalist, Faschist oder etwas derartiges bin. Dazu bin ich zuviel in der Welt herumgekommen (ca. 26 Länder) und habe zu viele wunderbare Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen kennengelernt (ca. 34 Länder). Mir ist es völlig gleichgültig, ob jemand weiße, braune, gelbe, rote oder schwarze Haut hat, ob jemand Christ, Jude, Moslem, Hindu, Buddhist oder Atheist ist, welche Sprache er spricht, welchen Beruf er hat und in welchem Land er lebt!. Also behaltet Eure Beschimpfungen für Euch.

Published on Facebook 31st August 2022

Holger Vorbeck Written by:

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